Weisenblasen

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Einige Gedanken zum Weisenblasen.
Es gibt zwei grundlegende Varianten. Beide werden in weiten Teilen des Alpenraumes abgehalten.
1) Das Weisenblasen, ein altes Brauchtum.

2) Das Bläsertreffen zum Weisenblasen, eine neuere Veranstaltungsform, welche sich mittlerweile ebenfalls zum Brauchtum entwickelt.

Stroßner Bläser mit „In Scheitz´n Sepp Seiner.

Ersteres findet spontan statt. Entweder bei Hochzeiten, Bergmessen, Almmessen oder im Rahmen eines zufälligen Zusammentreffens von Musikanten.
Ich wurde selbst Zeuge eines solchen „Weisenblasens“ welches, zur späteren Stunde beim Ausklang der Almmesse mit dem Pfarrer Brei und der Musikkapelle Straßen, in der Weissenbachalm im Ausseerland stattfand.
Mein persönlicher Eindruck war überwältigend. Nicht ausgemacht, nicht angekündigt aber plötzlich begannen einige Musikanten der Musikkapelle alte Weisen zu blasen. Anbei einige Fotos dieses Ereignisses.

Hochwürden zelebriert die Almmesse.

Red. Presl Sepp.

Weisenblasen im Ausseerland
Ein Beitrag von Ludwig Egger.

Die Jodler entstanden ursprünglich als Verständigungsrufe von Sennerinnen und Haltern auf unseren Almen.. Es geht um getragene Melodien, mit einem herzerwärmenden Klang. Gerade im Salzkammergut spielte man solche Weisen auch gerne zweistimmig auf Geigen und Schwegelpfeifen.

Mit der Verbreitung der Blechblasinstrumente und der Gründung der Blasmusikkapellen zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden auch die Jodler in das Repertoire aufgenommen. Heute haben viele Blasmusikkapellen ein kleines Ensemble, das Jodler und Liederweisen spielt.

 Schon Anfang des vorigen Jahrhunderts war es üblich, mit Hörnern (Flügelhorn bzw. Tenorhorn) einen „Almera“ (d. i. eine Bergwanderung, Anm.) zu machen, um dabei die Sennerinnen zu besuchen und mit weit über das Almgebiet hörbaren Jodlerklängen ein Glaserl Schnaps, ein Almkoch oder gar einen Schlafplatz in einer Almhütte zu erspielen.

Gerade in der Nachkriegszeit suchte man in Gruppen die Almen auf. Immer waren auch einige Musikanten mit ihren Instrumenten dabei. Auch heutzutage ist ein gefühlvoll gespielter Jodler auf der Alm was wunderschönes und erzeugt bei so manchem Zuhörer eine leichte Gänsehaut.

 Eine besondere Veranstaltung ist jedoch seit Mai 2005 das Jodler und Weisenbläsertreffen auf der Blaa-Alm.
Dieses findet immer Anfang Juni statt. (Meistens 1. Sonntag im Juni)

Mehr als 200 Bläsergruppen nahmen bisher an dieser Veranstaltung teil. Die Idee dazu hatten Bezirksobmann Franz Egger und Bezirkskapellmeister Ludwig Egger. Die damals den Verein „Jodler und Weisenbläser im Ausseerland“ gründeten.

Kostenlose Werbung als Dankeschön an Ludwig Egger, für die Erstellung dieses Beitrags.

Einen der aktivsten Komponisten und Musiker des Ausseerlandes ist als Mitbegründer des Jodler und Weisenbläsertreffens ganz besonders zu erwähnen: Musikkamerad  Ludwig  Egger komponiert und arrangiert unzählige Lieder und Jodler für verschiedene instrumentale Besetzungen. In seiner Funktion als Bezirkskapellmeister ist er stets um die Blasmusik bemüht, aber auch die Volksmusik liegt ihm besonders im Blut. (Es gibt bereits 27 Folgen Voksmusikhefte 1 – 27. Zur Ansicht auf http://www.noten.egger@gmail.com)

Aus diesem Anlass wurde von den ausseer- und hinterberger Musikanten eine CD mit dem Titel
Übern Berigschlåg
aufgenommen, worauf echte Volksmusik aus unserer Heimat zu hören ist. Mitwirkende Sänger u. Musiker sind das „Lupitscher Bläserquartett“, das „Hochalm Quartett“, die „Riedlbach-Musi“, das Strassner Bläserquartett, die „Ziaglbachmusi“, die „Ausseer Paschermischung „und der „Hollerschnapszuzler-Viergesang“.

Als Abschluss füge ich noch einige Melodien ein, welche allesamt vom Scheimer Wigg komponiert wurden.
Diese Musikstücke werden von den „Strassner Bläser“  interpretiert.
Am Foto von links beginnend: Reinhard Pucher (Wendi), Gudrun Egger, Ludwig Egger (Scheimer Wigg) und Konrad Zopf.

Die Glocken von St. Leonhard

A steirische Schneid

In Strobl Lois Seiner

Stroßner Jodler

In Weissnboch zua

Ausseer Walzergruß

Sämtliche Musikstücke werden mit Erlaubnis des Komponisten Ludwig Egger verwendet.

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Noch ein Anligen in eigener Sache:
Ich wäre für Wünsche, Anregungen aber auch Beschwerden dankbar.
Besonders würde ich mich über Zusendungen, wie Fotos, Dialektwörter u.s.w. samt Erlaubnis der Veröffentlichung freuen.
Sendet einfach eine E-Mail an http://www.radling@chello.at