Seer Scheibmbriaf aus die 1930er Joh.

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1931 – Jagagschichten

Autor: Alois Rastl vlg. Jogl Lois, der Maler war ein gewisser Herr Hummler aus Gallhof.
Veröffentlicht mit Erlaubnis von: Hermann Rastl.Soweit es mir möglich war, wurde der Text im Original belassen.

1931 - Fasching_JagagschichtnD´ Kupferantn

Dos Jogn dos is a wohre Freud, dos muass a jeda sogn.
Es is nit bloss a Zeitvertreib, oft tuats jo a wos trogn.

I moan damit nit Geld und Guat, wos kimmt dadurch ins Haus.
Auf d´ Scheim kimmst und dos is gnuag, da Jaga lernt nia aus.

Die Gamsjagd is scho olt bekannt, schö (e) is auf Hirsch und Reh.
Dos neuste im gonzen lond, is d´ Antnjagd am See.

Am feschan is a Motorboot, za dera Jagerei.
Do frogst en Herrn Grof Kesselstedt, der wor jo selbn dabei.

Er fohrt mit etla ona Herrn, bewaffnt aus auf d´Jogd.
Am Boot gonz vorn do homs a Röhrn ols Kühler aufgstellt ghobt.

Hiatz kemmans ba die Antn on, da Schitz hebt lansam s´ Gwehr.
Er zielt schon mit´n gsponnt´n Hohn, oft siacht ma nixi mehr.

Ma konn an schreckboarn Krocha hörn, a gschroa a dazua – o jeh,
vaschwund´n is die Kupferröhrn und d´ Schrett hauts zruck in See.

Koana draut si hiatz´n z rüahrn, wias so in See umzischt,
a niada moant es ko passiern, hot holt a Aschlinghenn dawischt.

Gottlob da neamt wos gscheha is, so bracht´ns no a wal
und bringan auf die Kupferantn, in Herrn Grof a Weidmannsheil.

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A kleckheechts Beischl

Im Juli, nomittog, gonz schön, siagst zwee bewoffnt Monna geh´n.
Auf an Rehbock obn en Vodanbo, da hinta geht den vodan no.

Da Ferdl sogt geh loss da Zeit, da Tog is hoass, da Weg is weit.
Sölls finsa wern wos obends gern schiacht, im Woadsock hon i a Büchsenliacht.

Do guat is gonga niks is gschehn, sie kemmen glei zan schiassn zwegn.
In Ernstl hot des Herzerl glocht, da Rehbock no an Hupfa mocht.

Dos Huaterl ziert a Bruch glei drauf, da Ferdl bricht in Rehbock auf.
Oft pockans zomm s is neama fruah, in Hoamgehn kehrns beim Londer zua.

Doscht trinkans oft a Bier a drei, in Woadsock mit da Innerei,
denn hot da Ferdl wia i sog, scho vor da Tür dausst aufghängt ghobt.

D´Jagarei is wohl recht schön, sogt da Ernstl schon im geh´n.
Und da Ferdl rumpldibumm hängt eam dausst en Woadsock um.

So wondans holt en See entlang, in Ferdl wird vom Gwicht scho bong.
Hots nit bemerkt wia er so plauscht, da s´ Beischl worn is – ausgetauscht.

Er trogt die Stoan bis hin zan Haus, doscht packt er vorn Herrn Grafn aus.
Da Bock sogt er, der is do fein und s Beischl – a dos is gemein.

I denk ma schon ban Strachwitz drei, va oan Bock konn des Gwicht nit sein,
Oba Ferdl schau, s is nix dabei, denn seit daselb´n bist jo stoareich.

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